7.3 – Sieben3 // Ford E350 4×4 Quigley

Ja- ich habe es tatsächlich getan!

Ich habe in der Zeit mit dem Iveco 40.10 4×4 viele Leute getroffen, die völlig begeistert waren von dem Truck, auch wegen der kompakten Maße (4,80m + Koffer x 2m x 2,65m) und dem günstigen Spritverbrauch, im Vergleich natürlich zu den Großen und zu meinem ehemaligen Magirus Deutz FA170. Er war auch ein cooles Auto, allerdings sind mir in den „unzähligen“ Stunden im marokkanischen Atlas Gebirge so einige Dinge aufgefallen, die mich gestört haben. Quasi hier …


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AGAIN: Lastenheft auspacken!

Was wollen wir (also ich!) für Schwerpunkte setzen für den perfekten Truck?

  • Zunächst müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Deshalb will ich eine durchgehende „Van“-artigen oder Bus Karosserie. Im Magirus wäre das nur ansatzweise mit einem Durchgang in den Koffer möglich gewesen, wegen der enormen Verschränkung des Leiterrahmens. Das sind nur Notlösungen. Der Iveco war diesbezüglich extrem bequem! Ich bin wirklich so oft an einer roten Ampel mal eben nach hinten gegangen, um etwas zu trinken zu holen oder ähnliches. Am liebsten hätte ich eine Cabover oder Frontlenker Karosserie- da gibt es also noch Möglichkeiten sich zu verbessern …
  • Schub! Der Iveco 40.10 hat einen Sofim 8140.27 intus. Nettes Motörchen- tapferer Geselle. Macht einen HÖLLENKRACH, wenn man bedenkt, dass er nur rund 225NM zur Verfügung stellt. Nun sind 225NM vs. (de facto) 4 Gang Getriebe vs. 3t vs. Gebirge eine Rechnung, die nicht aufgehen will. Zumindest in meinen Ansprüchen. Thomas, der IFA Lenker, wird darüber lachen (er hatte 8,5t und 420NM zur Verfügung). Schub kann man bekanntlich niemals zu viel haben- das habe ich schon zu 40er Weber Doppel Vergaser Zeiten beim Käfer schrauben in den 90ern gelernt! Ergo hat das Replacement nun einen Navistar 7.3. also ausreichend Hubraum […ist ja bekanntlich durch nichts zu ersetzen!]. 🙂
    Die Maschine ist eine sog. 7.3 IDI N/A- also Vorkammer Diesel (Indirect Injection), ohne Turbo (Natural Aspirated). Einen Turbo gab es optional in dieser Zeit. Jedoch sind auch diese Leistungsdaten schon beeindruckend im Vergleich: 185HP bei 3300 U/min und 358ft-ib bei 1400 U/min (485NM) ab Sommer 1992, sprich wie bei mir. Mit Turbo sind noch mal etwa 30% mehr Leistung zu erwarten. Macht unterm Strich etwa 30-50% mehr Leistung bei mehr oder weniger gleichem Gewicht.
  • Etwas größer wäre nicht schlecht. Der Iveco baut sehr hoch und bietet sehr viel Raum zur Grundfläche. Es war jedoch immer insgesamt etwas wenig. Der E350 ist rund 80cm länger und bietet mächtig Platz für einen Bus und für europäische Verhältnisse. Es ist halt ein „Fullsize“ Van.
  • Etwas mehr Komfort. Ich hatte den Iveco schon umfassend vorn gegen Körper Schall gedämmt. Jedoch war die Lärmkulisse enorm und ab 90km/h kaum entspannte Gespräche möglich. Außerdem gab es keine Komfortfunktionen. Eine geringere Geräuschkulisse ist ein Muss gewesen und ich war zunächst überrascht wie „Leise“ ein 7 Liter (nicht Verbrauch, sondern Hubraum) Diesel im Fahrzeug sein kann. Zusätzlich gibt es in so einem Van natürlich die üblichen Komfortfunktionen à la Zentralverriegelung/ elektrischer Fensterheber (vor allem rechts praktisch)/ Klima/ Automatik (3 Gang + Overdrive).
  • Bremse. Wer später bremst ist länger schnell. Aber man kann ganz klar sagen, dass die Bremsanlage, die Iveco in den 80ern seinen Trucks in der 4-5 Tonnen Klasse verpasst hat, eine spannende Sache war. Ich hatte auf dem Weg nach Bad Kissingen 2013 im Autobahngefälle fast die Ausfahrt verpasst und bin in die Bremse gelatscht, Wirkung der Bremse, bis zum Stehen, eher zum Kaffeetrinken gedacht! Wenn man sich die Dimensionen der Scheibe und Sättel (2-Kolben Schwimmsattel) beim Ford E350 anschaut, weiß man warum das Fullsize Trucks sind. Bei meinem E350 Quigley ist die Vorderachse identisch mit der des Ford F350 gleichen Baujahres.
  • Fahrwerk: Das Iveco Fahrwerk war hart. Klar hatte ich sehr wenig Gewicht aber ich habe nie feststellen können, dass vorn oder hinten jemals ein gefedert wurde. Ich glaube der Komfort kam eigentlich nur aus den 9er (255/100-16 Michelin XZL) Reifen. Beim Sieben3 habe ich vorn Spiral Federn (Standard Ford Econoline bei Quigleys verbaut) und hinten eine 4-link Luftfederung, damit u.a. in der Höhe einstellbar! Alles konfigurierbar und es gibt ausreichend Teile, zumindest in den US. Vorn, wie hinten ist eine Starrachse verbaut. Vorn und hinten sind Dana 60, Full Floater Achsen. Serienmäßig habe ist meiner mit einem Limited Slip Diff ausgestattet. Differentiale/ Sperren/ Übersetzungen sind damit problemlos konfigurierbar und z.B. größerer Bereifung anpassbar.
  • Hochdach. Der Iveco 40.10 sieht definitiv mit normalem Dach besser aus! Alle Iveco Dailys, die ich mit Hochdach gesehen habe, sehen ein bisschen, wie ein Karton aus. Jedoch sind 150cm Innenraumhöhe wenig komfortabel. Im neuen Van sollte es dann anders werden. Da der E350 von Haus aus bessere Proportionen hat und trotz massivem Leiterrahmen niedriger baut, stimmen mit einem festen Hochdach auch die Proportionen. Im konkreten hat der Sieben3 ein rund 40cm höheres Dach. Die Innenraumhöhe variiert und hat mit geöffneter Dachluke meine Stehhöhe. In weiten Bereichen sind es dann immerhin rund 170cm.
  • Die Zukunft bringt…. dann noch feste Unterfuhr Wassertanks ( es sollen rund 80l -100l werden), Propangas (zum Kochen, zum Heizen und für eine Absorber Kühlbox) in Form einer 5kg Flasche, Innenraum Ausbau in Flightcase Bauweise für die Möbel.

 

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