… ist weg -und wieder da …
auch die Rückreise war wieder eine recht spontane Entscheidung. Ich war die letzten beiden Tag in Marokko. Am Freitag war das Hammelfest, Aid El Kebir. Natürlich alles zu (bw auch einiges offen, denn Öffnungszeiten gibt es nicht. Ich war am Sonntag in einem „Supermarkt“). Das ehrlich gesagt ziemlich gut, denn so war nichts los in der Stadt und der Verkehr hielt sich sehr in Grenzen, vergleichbar mit Weihnachten in Deutschland- sehr angenehm.

So konnte ich mit dem Truck schön überall lang ohne viel Stress. Nur der Idiot im 190er (schönen Gruß an dieser Stelle), der meinte dem Ausländer mal zeigen zu müssen, wie toll man in Marokko fährt, ging mir ein wenig auf den Keks. Der Typ stand exakt in dem Moment auf der Hupe als die Ampel auf Grün umschlug- ich stand vorn als erster.
Ich meine exakt, nicht eine oder 2 Zehntel Sekunden nach grün, sondern direkt  . Um dann seine volle Leistung von 70PS (2l Diesel) auf die Straße los zu lassen.

Am nächsten Tag war die Stadt, Marrakesch ist eine Millionen Stadt, ebenfalls wie tot und keine Märkte offen, die mich interessiert hätten. Also bin ich kurzerhand nach Westen, und dann recht straigt wieder nach Norden.
Diesmal allerdings über Ceuta, die 7 Idioten vom Zoll in Tangier Med wollte ich nicht noch mal sehen- ich wäre sonst wohl ausgerastet, wenn die …[an dieser Stelle ist ein Kraftausdruck von der Redaktion gestrichen worden!] mich wieder abgefuckt hätten.
War ne gute Entscheidung- ne süße Spanierin gegrüßte mich mit einem Olllaaaa- da wußte ich auch was mir gefehlt hatte in den letzten Wochen. Diese leise, meist-kein-Wort-Umgangsform, die mir oft begegnete ist nicht mein Ding.

Außerdem ging mir auch die Fahrweise Zusehens auf die Nerven und ich habe drei Kreuze gemacht, dass nichts passiert ist. In Marokko.
Ich habe das Gefühl, dass die Jungs selber allerdings meinen sie hätten es voll raus mit dem Autofahren.

 

Küstenstraße nach Ceuta

Küstenstraße nach Ceuta

Auch dieser Held (in der traditionellen Djellaba), war sich keines Fehlers bewußt. Der Typ war so schnell/und oder unachtsam um die Kurve, dass er sich gedreht hat, gegen das Mittelstück geprallt und nach recht in den Graben. Zum Glück war dieser da, sonst wäre er in den Gegenverkehr oder auf meiner Seite 150m den Abhang runter! [ich bin sofort rüber weil ich dachte ich könnte helfen, indem ich ihn raus ziehe aber die Marokkaner beachteten mich gar nicht]. Auch egal, dachte ich, bin wieder zurück und habe ein Photo gemacht.

Die Kiste steht mit dem Unterboden komplett im Graben. Die linke Seite hübsch an die Felswand gedrückt. Glas und Kühlwasser über der ganzen Fahrbahn. Ach ja: ca. 5% Gefälle und Serpentinen- ohne Worte.

Zuvor am Morgen bin ich dann von meinem letzten Stellplatz in Marokko weg. So nach einigen Wochen hab ich wirklich ein gutes Gefühl dafür entwickelt wo man toll stehen/campen kann. Vorrangig im Hinblick auf eine tolle Aussicht und Ruhe. Ich habe mir ja den Truck gekauft um NICHT auf olle Campingplätze angewiesen zu sein:

Kleiner Hafen in der Nähe von Septa/Ceuta, müßte ca. 40km entfernt sein

 

Hafen Nähe Ceuta

 

Kids mit lebendem Spielzeug [for the records: Ratte am Angelhaken!]

Ratte am Haken

Ratte am Haken

… das war abends um ca. halb acht Uhr. Zuvor entstand dieses. Toll die Sandfarbe, schön getarnt zwischen den Birken und vom Dorf im Tal nicht zu sehen

letzter Abend in Marokko 2012

letzter Abend in Marokko 2012

und [btw wer je an der Farbe „Sand“ für einen Offroader gezweifelt hat. That´s what´s supposed to do 🙂 mal einfach nicht auffallen- ganz im Gegensatz Fahren über die Ehrenstrasse.]

Iveco 40.10 Nähe Ceuta

Iveco 40.10 Nähe Ceuta

und

P1020522
um halb acht morgens bin ich dann nach Ceuta, der spanischen Enklave in Marokko. Vorher habe ich mich aber noch festgefahren!! Am letzten Tag (!) und weil ich über den Sand abkürzen wollte. Der war sehr fein und nass und mein Truck offenbar zu schwer dafür. Die Spuren von den kleinen 4×4 waren noch zu sehen.
Mit 2×4- keine Chance aber nach Schließen der Freilaufnaben und 4×4 kein Problem 🙂

btw die riesigen Reifen verzerren das Bild ein wenig. Der Reifen war fast 20 cm tief im Sand.

Iveco 40.10 im Sand festgefahren

Iveco 40.10 im Sand festgefahren

 

nach der Aktion dann „schnell“ nach Ceuta:

never go Tangier Med!

never go via Tangier Med!

der Phototitel sagt alles! Mehr dazu im Zollartikel.

Blick von Marokko nach Gibraltar

Blick von Marokko nach Gibraltar

Ceuta:

P1020571
… dann nach Madrid- leider Regen und bitter kalt mit 2 Grad in der Nacht auf 900m nördlich von Madrid.

Zwar chronologisch nicht ganz korrekt aber da Petrus es scheinbar so vorgesehen hatte, war in Madrid völlige Überschwemmung angesagt. Unglaublich auf 12 (!) Fahrbahnen nur Gischt! So habe ich spontan beschlossen NICHT nach Madrid hinein zu fahren. Logisch, dass es 25 km weiter fast aufhörte zu regnen!

let it rain

let it rain, Madrid 12 Spüren Highway

Morgens um 7.45h dann, von hier, weiter Richtung Frankreich

von Madrid nach FFM

Von dort wo der Stern ist, bin ich dann nach Bordeaux, kurz getankt am Internmachè. Keine gute Idee aber es kommt halt, wie es kommen soll: Erst hat es ewig gedauert 120l in die Tanks zu bekommen und dann beim rausfahren noch kurz den Pöller mitgenommen, der rechts neben dem Auto stand- als ich an der Schranke raus fahren wollte.
Super Konstruktion. Die Durchfahrt ist gerade über 2m breit, so dass der Truck durch kommt aber da das Bezahlhäuschen sooo tief unten ist, dass ich vom Fester nicht ran kam, um die Kreditkarte runter zu reichen musste ich recht weit rechts ran. Der Pöller unmöglich zu sehen.

Daraufhin hatte ich dann keine Lust mehr auf Bordeaux und bin los….
Dann dachte ich: Der hintere Tank reicht für 800km, vorn sind voll und 1200km bis FFM. Also erst mal bis hinter Paris, 600km. Dann schien mit der Vollmond ein Zeichen zu geben: „Tu es“! Die Vollmondnacht war wirklich faszinierend aber auch sehr, sehr kalt, da wolkenlos- logisch. Naja und wenn schon hard, dann richtig und den Winter in Europa im November kann man nur mit Schlappen trotzen. So habe ich mir vorgenommen nicht vor der Ankunft in Frankfurt wieder feste Schuhe an zu ziehen. Nicht ganz leicht bei weniger Celsius auf der Uhr als Finger an der Hand…

Quelle: Google Maps

Quelle: Google Maps

Also bin ich durchgefahren. Von Spanien morgens um 7.45 bis FFM – morgens um 6.30h- 1700km ohne Stop und tanken mit einem LKW, der komfortabel mit 90km/h fährt.  25h Non-Stop Fahrt mit einem LKW, hätte mir nicht träumen lassen, dass ich das mal durchziehe oder kann. Ein echter Kraftakt aber zeigt auch wie viel Reserven so im Alltag „brach“ liegen 🙂
Ich war dann einigermaßen gerädert am Morgen- aber auch froh wieder komplett zu Hause zu sein.

So far ….

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