2017 wird so einiges neu gebaut: Nicht nur HARDware in Form von tonnenweise Stahl, sondern auch eine Reihe neue interessanter Electronic.

Mein erster neuer PC 2017 war dem Upgrade auf 4K/ UHD Monitor geschuldet: LG 27UD58P-B. Toller Monitor zu einem sehr angemessenen Preis. Der Monitor ist 27″, IPS und hardware kalibriert ab Werk, mit Protokoll. Er eignet sich daher bestens für Photobearbeitung und ähnliches. 4k in 60Hz sind eine mächtige Datenrate, die über DP 1.2 aufwärts oder HDMI 2.0 laufen muss. Intel Kaby Lake hat ab Anfang 2017 nativ onboard UHD über HDMI 2.0 in 60Hz unterstützt. Für mich auf einem Gigabyte Board mit einem G-4560 Dual Core mit 4 Threads.

Das hilt allerdings nicht lange, weil ich einfach mal BOCK auf ein potentes Desktop System hatte. > Intel XEON CPUs sind – richtig ausgewählt – ein richtiger Schnapper! Aus 1440,- $ für eine CPU werden 5 Jahre nach Launch …

Silverstone Xeon 8 Core 16 Threads

gerade einmal 50€!

Das war natürlich auch Glück im Auktionshaus aber Fakt ist, dass eine geschickte Komponenten Auswahl einen Oberklasse PC zum kleinen Preis ermöglicht. Irgendwann hat jede Generation ihren preislichen Tiefpunkt erreicht. Intel XEON für den 2011er Sockel, gibt es in 3 verschiedenen Generationen von Sandy Bridge über Ivy Bridge bis Haswell (v3). Sandy- und Ivy-Bridge sind untereinander kompatibel (mit BIOS Update) inkl. Struktur Wechsel von 32 auf 22 nm. Den passenden LGA 2011 er Sockel gibt es bei XEON als nILM und ILM. Das bedeutet, dass das Lochmuster unterschiedlich ist, was wichtig für einen passenden Kühler ist.

Der narrow ILM findet eher in Server Boards und Rack Einsatz und es ist schwer dafür gute Kühler zu finden, die nicht wie ein Düsenjet klingen. Siehe Asrocks x79er miniITX Board auf dem ein Server Kühler ab Werk mitgeliefert wird. Wohl eher aus der Not heraus geboren worden!

Der LGA 2011 wird mit dem Intel x79 Chipsatz kombiniert. Die Consumer Boards fokussieren dabei auf die Intel Core i7 CPUs. Diese Boards sind allesamt EOL (end of life), waren damals ab rund 250€ bis 600€ verfügbar und sind heute teurer als UVP! Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass diese Boards extrem rar sind und ich nicht der einzige, der erkannt hat, dass die XEON jetzt in Massen gebraucht verfügbar sind, weil die Server durch neuere ersetzt werden.

Der 2011er Sockel ist im Übrigen wirklich riesig.

LGA 2011

Also passendes x79 Board finden und eine CPU, die ihren absoluten Tiefpunkt [preislich] erreicht hat. Die Vielfalt der möglichen CPU ist erschlagend. Ich habe mich auf 8 Core und Hyperthreading CPUs fokussiert, die möglichst hoch takten und bezahlbar sind. Xeons sind grundsätzlich geringer getaktet, als die Pendants der Core i7 Varianten.

Die CPU wurde eine E5-2665: 8 Core mit 16 Threads, 20 (!!!) MB L3 Cache, 2,40 GHz Basis Takt und in meinem Fall 3,00 GHz max Takt auf 8 Kernen. Diese CPU kostete vor ein paar Jahren noch 1440,- $! Wahnsinn, das hat aber natürlich mit Endkontrolle und vielen Spezial Funktionen zu tun, die nur im dezidierten Server Umfeld zum tragen kommen.

Ein Board zu finden, war nicht einfach. Da ich keine 300 Schleifen für ein gebrauchtes Board investieren wollte, habe ich recherchiert. In den letzten Jahren hatte ich immer mini ITX Boards und schicke Gehäuse dafür. Ich mag den kompakten Formfaktor. Da war allerdings nichts zu machen. Das einzige Board von Asrock EOL, nicht zu finden und außerdem nur für die 2011-v3 Version passend. Die Xeon Haswell CPUs sind allerdings zur Zeit im Vergleich zu Sandy Bridge sehr teuer.

Ich hatte noch ein Silverstone SG 01 microATX Gehäuse, das machte die Auswahl größer. eATX Server Boards von Super Micro Computers oder Asus sind recht häufig und günstig zu finden. Oft mit Dual CPU. Ich habe aber nach langer Recherche ein OEM Mainboard gefunden, dass in den microATX  Formfaktor passt 🙂

Natürlich aus China/ Shenzen, mit minimalster Hardware Information. Normaler Weise werden diese nur an Hersteller verkauft, die dann ihr Firmen Logo platzieren, OOBE und packaging anfertigen, Manual und Garantie Leistungen etc.. Dabei natürlich auch nur Karton Weise à 20 Stück. Normalerweise – ich habe einen Weg gefunden. 🙂

Ein Manual, dass nicht online einsehbar ist, vermutlich keine BIOS Updates und und und. Ich kenne diese Prozesse von Berufswegen recht gut und bildetet mir ein, dass ich das Risiko einer Fehlinvestition abschätzen kann.

Was soll ich sagen, es ist, wie erwartet: Typisch für ein chinesisches Produkt findet sich auch hier die totale Überzeugung vom eigenen Produkt, die in Übertreibung endet. u.a. darin, dass eine Übertaktung im BIOS NICHT möglich ist, entgegen der MKT Unterlagen. Das hatte ich mir allerdings schon gedacht und das spielt ab Sandy Bridge keine große Rolle mehr, wenn es keine CPU in Intel K-Version ist. XEONs lassen sich max 3-5 Punkte im Base Block erhöhen.

Auch nicht akkurat – weil ich denke, dass es falsch ist – sind die Angaben zum möglichen Arbeitsspeicher Ausbau. Da wird von 8 GB/ Sockel gesprochen, ich denke, dass 16 GB möglich sind.

Kombiniert habe ich schlussendlich dieses Board mit 16 GB Samsung ECC Ram DDR3 Registered DIMM im Dual Channel. Da es sich um ältere Chipsatz Generationen (x79) handelt, ist die Taktung „nur“ 1600 MHz.

Dazu ein BeQuiet! Netzeil mit 450 Watt und eine Grafikkarte mit 3 digitalen Monitor Ausgängen. Da ich nicht spiele, war es nicht so einfach, b.w. zeit intensiv eine GraKa zu finden die min. 2 mal 4k / UHD ausgeben kann + 3. Monitor aber gleichzeitig keine 4k Spieleleistung bieten muss. Ich habe eine XFX AMD RX460 für mich gefunden. Nicht die neueste GraKa Generation aber passiv verfügbar. 1 mal HDMI 2.0 und 1 mal Display Port 1.2, sowie DVI-D für den 2. Monitor. Das gesamt Setup sieht dann so aus, dass der 4k Monitor an DP angeschlossen ist, der TV an HDMI und der 22″ zweit Monitor an DVI. Check!

RX460

Gekühlt werden die immerhin maximal 125 Watt Verlustleistung der CPU durch eine Wasser Kühlung mit 240 mm Radiator von Arctic Cooling. Die hat 4 120 mm Lüfter in Push-Pull Anordnung, verwendet habe ich allerdings nur 2 Lüfter. Außerdem habe ich die Drehzahl im BIOS fix auf 30% geregelt. Damit sind die Lüfter auch aus 50 cm Abstand unhörbar. Unter dem erstem 12 stündigem Prime 95 Test wurde damit die CPU 67 Grad C warm, auf dem heißesten Kern. Das langt. Im normalen Betrieb läuft die CPU auf ~ 44 Grad C. 

Arctic Cooling 240 – Testlauf

Arctic Cooling 240

Windows 10 Pro kommt software seitig zum Einsatz, zZ Build 1703. Eine 180 GB SSD für das OS, eine 120 GB SSD für OneDrive Business aka SharePoint und als Cache für Photo/Video Arbeit und 2 3,5″ HDD mit 7 TB gesamt, aktiv gekühlt.

Die Radiator Position in den beiden 5 1/4 Zoll Schächten ist eigentlich provisorisch. Allerdings funktioniert es tatsächlich sehr gut. Ggf. kommt in den Gehäuse Deckel oben noch ein Lochgitter hinein und dann kann ich die Öffnung vorn verschließen. Optische Laufwerke braucht kein Mensch. Ich habe seit 8 Jahren keine mehr eingebaut.

Benchmarks 🙂

Cinebench R15 resultiert in über 900 cb!:

Zum Vergleich: Damit liegt mein Xeon-Build auf dem Niveau eines Core i7 4790 und fast 3 mal so schnell wie der Pentium G-4560 Kaby Lake, den ich ersetzt habe. Ein Apple iMac 5K 2017 mit i7-6700K @ 4Ghz kommt auf 871 cp. Natürlich liegt die Single Core Leistung bei Sandy Bridge niedriger, das spielt für meinen Workflow aber eine geringere Rolle. Das charmante ist beim LGA 2011 ist, dass es auch 10 Core oder 14 Core CPUs gibt oder 6 Core/12 Threads mit ~3,5 GHz, sprich höherer Single Core Leistung. Die Ivy Bridge haben grundsätzlich rund 10-15% mehr Leistung bei gleichem Takt. Es gibt also auch in Zukunft interessante Aufrüstungs-Möglichkeiten. 

Der Vergleich mit einem 5K iMac 2017, der natürlich etwas hinkt, weil es kein Eigenbau Projekt ist, ist interessant. Die Cinebench Multicore Leistung liegt auf dem Niveau eines 2600€ iMac mit einer i7-7700K CPU und 16GB RAM und SSD. 3 Upgrades, dass den iMac auf sportliche 3320,-€ hebt. Mein 27 Zöller hat zwar „nur“ 4K ist aber voll kalibrierbar und matt und damit das in der Praxis bessere Display. Die Grafikleistung ist für mich sekundär und einfach und günstig aufrüstbar. Mein System ist außerdem absolut vollasttauglich. Die Preisdifferenz, siehe unten, ist extrem. Muss man schon wollen so einen iMac.

Ein Beispiel, dass meinen Alltag am Rechner beeinflusst und messbar im Vergleich zum G-4560 ist, ist Capture One und Photo RAW Bearbeitung. Ich bin ja ein Fan von empirischen Ergebnissen vs. „gefühlt“ daher folgendes Bild vom Microsoft Task Manager. Hier seht ihr, was mein Xeon System während einer RAW Photo Bearbeitung leistet:

Capture one 8 Core

Alle 8 Cores unter fast Vollast und alle Photo Bearbeitungen in Capture One, wie HDR, Color Balance etc. werden in Echtzeit dargestellt! Geil. Die 16 GB ECC RAM sind auch absolut NICHT übertrieben für Capture One, wie man sieht.

Ein Capture One Bsp. vorher und nachher und das waren nur 3 min Bearbeitungszeit:

vorher: JPEG Sony Alpha 6000 18-105 F4 ISO 100 1/640

nachher: Capture One HDR Sony Alpha 6000 18-105 F4 ISO 100 1/640

Wird klar, warum RAW Photo jetzt Spaß macht oder?

Was hat der Spaß gekostet?

  • ~150€ für das Mainboard und viele Nerven, weil die global Express (!) Lieferung der DHL 8 Tage herum lag, bevor es in den Zoll ging.
  • ~ 40€ für 16 GB DDR ECC RAM. Man bedenke dabei, dass ECC zur Zeit (August 2017) sehr viel günstiger ist, als Standard RAM!
  • ~ 50€ Intel Xeon E5-x2665 CPU
  • ~ 60€ 240er Wasserkühlung
  • ~ 100€ für die XFX RX460 passiv

die übrigen Komponenten ware noch vorhanden

  • Silverstone Sugo SG 01 hatte vor Jahren mal rund 130€ gekostet
  • das BeQuiet! 450 Watt NT rund 60€
  • der LG 27″ 4k Monitor ~450€

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